Кирилл Харитонов
Кирилл Харитонов
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Zum 80. Todestag von Stefan Zweig ― Стефан Цвейг

Sein Abschiedsbrief an die Freunde lautete:
Ehe ich aus freiem Willen und mit klaren Sinnen aus dem Leben scheide, drängt es mich, eine letzte Pflicht zu erfüllen: .............. Ich grüße alle meine Freunde! Mögen sie die Morgenröte noch sehen, nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger, gehe ihnen voraus.

In Petropolis (Brasilien) hat er am 22. Februar 1942, etwa vier Monate nach der Niederschrift dieses Gedichts und unmittelbar nach einem Besuch des Karnevals in Rio, nahmen er und seine dreiunddreißigjährige Frau Lotte eine Überdosis Veronal. Ein uns hinterlassenes Foto der brasilianischen Polizei zeigt das tote Paar in zärtlicher Umarmung „im Scheidelicht“...

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Ehepaar Zweig nach dem Suizid (1942).

LETZTES GEDICHT

Der Sechzigjährige dankt

Linder schwebt der Stunden Reigen
Über schon ergrautem Haar,
Denn erst an des Bechers Neige
Wird der Grund, der gold'ne klar.

Vorgefühl des nahen Nachtens
Es verstört nicht — es entschwert!
Reine Lust des Weltbetrachtens
Kennt nur, wer nichts mehr begehrt,

Nicht mehr fragt, was er erreichte,
Nicht mehr klagt, was er gemißt,
Und dem Altern nur der leichte
Anfang seines Abschieds ist.

Niemals glänzt der Ausblick freier
Als im Glast des Scheidelichts,
Nie liebt man das Leben treuer
Als im Schatten des Verzichts.

November 1941


БЛАГОДАРНОСТЬ ШЕСТИДЕСЯТИЛЕТНЕГО

Сумрак льнет легко и сладко
К стариковской седине.
Выпьешь чашу без остатка —
Видишь золото на дне.

Но не мрак и не опасность
Ночь готовит для тебя,
А спасительную ясность
В достиженье бытия.

Все, что жгло, что удручало,
Отступает в мир теней.
Старость — это лишь начало
Новой легкости твоей.

Пред тобою, расступаясь,
Дни проходят и года —
Жизнь, с которой, расставаясь,
Связан ты, как никогда…

Перевод с немецкого: Лев Гинзбург

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